Ein paar Tipps und Tricks

Kursnummer: THR04

Möchtest du ein paar wunderschöne Beispiele zu Handstickerei sehen, besuche diese Seite oder Monika’s Blog.

Der richtige Umgang mit Stickgarnen

Sehr gering oder sehr stark gezwirnte Garne

Garne mit sehr geringer oder sehr starker Drehung sind kleine Sensibelchen – sie verlieren schnell ihren Glanz oder ihre Struktur, wenn man sie einfach so wild durch den Stoff zieht. Darum gilt: regelmäßig in Stickrichtung nachdrehen! So bleibt alles schön im Lot (und im Glanz).

📌 Typische Beispiele:

  • 🧵 Vierfachgarn
  • 🧵 Mattgarn
  • 🧵 Baumwoll-Perlgarne (je nach Stärke unterschiedlich stark gezwirnt)

💡 Tipp:
Schneidet bei solchen Garnen immer nur kurze Fäden – maximal eine Elle (etwa 30 cm / 12 in). So reduziert ihr das Risiko von Abrieb, Verknotung oder dem berüchtigten „Faden-Salat deluxe“.

🔎 Ausnahme:
Längere Fäden sind nur bei großen Stichen sinnvoll – also dann, wenn der Faden weniger oft durch das Gewebe gezogen wird und nicht so sehr leidet.

📌 Stich-Beispiele:für lange Fäden

  • 🪡 Gewölbestich
  • 🪡Halber Rhodos-Stich
  • 🪡Sparstich
  • 🪡Trellis-Stiche

Fäden aus Strängchen richtig vorbereiten

Die meisten Stickgarne kommen als sogenannte Strängchen (auch: Döckchen). Es gibt zwei Varianten:

1) Garnstrang (engl. hank)

Im Gegensatz zum Zugstrang (Pull-Skein) ist der Garnstrang nicht zum Herausziehen einzelner Fäden vorbereitet, sondern zu einem großen Kreis gewickelt – meist mit einem Durchmesser von etwa 1 m. Anfangs- und Endfaden sind miteinander verknotet, damit sich das Garn nicht löst.
Diese Form eignet sich besonders für Handfärbungen, zum Lagern von Sondergarnen oder wenn das Garn später individuell auf Karten, Spulen oder Bobbins gewickelt wird.

So geht’s am einfachsten:

  • Am Knoten vollständig durchschneiden
    • ergibt Fäden von ca. 1 m / 1.1 yd
  • Fäden einmal halbieren
    • ergibt 50 cm – etwas mehr als die klassische Elle, im Alltag aber perfekt praktikabel 😉.
Garnstrang

Fäden aus Strängchen richtig vorbereiten

Die meisten Stickgarne kommen als sogenannte Strängchen (auch: Döckchen). Es gibt zwei Varianten:

1) Zugstrang (engl. Pull-Skein)

Hier wird der Faden an einem (manchmal) markierten Ende aus dem Strang herausgezogen.
💡 Vorsicht & Tipp:

  • Zuerst sehr behutsam ziehen. Wenn du versehentlich das falsche Ende erwischst, verheddert sich der Strang – nichts ist mit „einfach herausziehen“ 🙁.
  • Orientierung: Häufig ist das richtige Ende markiert (Pfeil/„Pull“-Hinweis auf der Banderole, Knoten an einem Ende) oder liegt unter der äußeren Lage. Im Zweifel ein, zwei Zentimeter testen – wenn’s stockt, nicht weiterziehen, anderes Ende probieren.
Zugstrang

💡 Tipp fürs Teilen:

Wenn du die Fäden teilen möchtest (z. B. bei 🧵 Mouliné), dann tu das erst direkt vor dem Einfädeln – am besten immer einzeln herausziehen, wie wir es schon in Lektion 03 beschrieben haben. Dann bleibt alles schön glatt.

Für große Stiche oder 🪡Trellis-Stich:

  • Lass das Döckchen ungeschnitten.
  • Öffne einfach den Knoten.
  • Schneide die benötigte Länge direkt ab – je nach Sticktechnik oder Vorhaben.

Der Trend zu Spulenverpackungen

Immer mehr Garnhersteller gehen weg vom Strängchen und hin zur praktischen Spule. Klingt nach einem Marketing-Gag, ist aber tatsächlich ganz sinnvoll – sowohl für große Hersteller als auch für Handfärbereien wie die Painters Threads 😉

Vorteile der Spulenverpackung:

  • Die maschinelle Abwicklung wird einfacher.
  • Auch beim Handfärben spart man ordentlich Zeit.
  • Anfangs- und Endfäden sind sauber fixiert – kein Gefummel, kein Fadenknäuel.
  • Der kleine Ring an der Spule kann angehoben und wieder angedrückt werden.
  • Fadenlänge lässt sich dosieren wie bei einem edlen Klebeband-Abroller 😎

Nachhaltigkeits-Fakt:

Klingt verrückt, ist aber wahr:
Plastikspulen sind oft umweltfreundlicher als Holz- oder Pappvarianten – zumindest in der Herstellung, beim Recycling und bei der Wiederverwendung. Vorausgesetzt, sie landen nicht im Wald, sondern im richtigen Sammelsystem 🌱.

Fehler vermeiden

Damit der Faden nicht zickt:

Zu lange Fäden vermeiden:

  • Längere Stücke neigen beim Sticken schneller zum Verdrillen und Ausfasern.
  • Ideal sind Längen zwischen 40–50 cm – das ist handlich und schont das Garn.

Nicht zu fest ziehen:

  • Besonders Viskose- oder Seidengarne reagieren empfindlich auf Zug.
  • Sanftes Führen sorgt für gleichmäßigen Glanz und verhindert, dass sich der Faden kringelt.

Drehung beachten:

  • Beim Herausziehen aus einem Strang kann sich der Faden leicht verdrehen.
  • Lass ihn kurz frei hängen, damit er sich von selbst entdrillt, bevor du weiterarbeitest.

Aufbewahrung

Offen liegende Stränge am besten locker aufhängen oder auf Spulen wickeln. So behalten sie ihren Glanz und verfilzen nicht durch Reibung.

💡 Tipp:
Die beliebten Wickelkärtchen sind für viele Garne leider nicht ideal.
Vor allem metallisierte Garne bekommen durch das enge Aufwickeln leicht einen Knick, der sich nur schwer – meist erst durch vorsichtiges Ausbügeln – wieder entfernen lässt.
Auch Leinengarne können nach einiger Zeit an diesen Knickstellen brechen.
Wenn ihr trotzdem Wickelkärtchen verwenden möchtet, um Ordnung zu halten:

  • Legt eine dünne Lage Filz um den Wickelbereich (am besten mit doppelseitigem Klebeband fixiert).
  • Erst danach das Garn aufwickeln.
  • So bleibt es geschmeidig und behält seine Struktur.

Zusammenfassung

Garnart

Empfohlene Fadenlänge

Spezialtipp

Sticktwist

max. 30 cm

Einzelfäden vorher trennen
Legehilfsmittel verwenden

Perlgarn

bis 50cm

Nicht teilen

Seidengarn

max. 25-30cm

Faden glätten
feine Nadeln nutzen

Effektgarn

max. 25-30cm

Trellis-Garnlänge

je nach Projekt

Auch 1 m und länger möglich

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